Aktuelles
Bürgermeister Bernd Bogner lud den Gemeinderat erneut ins Kainsbacher Dorfgemeinschaftshaus ein um dem Planungsbüro Seuss Ingenieure aus Amberg die Gelegenheit zu geben über eine weitere Sanierung in der Entwässerungseinrichtung der Gemeinde zu informieren. Fast alle Räte waren anwesend (1 entschuldigt). Sie folgten dem Fachvortrag von Fr. Scharnagl, der Leitenden Ingenieurin und Firmeninhaberin, aufmerksam.
Kostspielig, aber notwendig
Die Sanierung der in die Jahre gekommenen und überlasteten Tiefbauwerke (Pumpwerke, Überlauf- und Drosselschächte) in Förrenbach, am Stausee und in Kainsbach sei dringend erforderlich, so die Meinung der Ingenieurin.
Durch den Anschluss der Kläranlage Thalheim mit Überleitung der Abwässer aus Thalheim, Aicha, Gotzenberg und See nach Förrenbach (mit Weiterleitung nach Hersbruck) bilde diese Leitung einen Hauptstrang, der bei Spitzenlasten und bei Starkregenereignissen funktionieren müsse. Den zweiten Hauptstrang in der Entwässerung im Gemeindegebiet bilde die Leitung Schupf, Molsberg nach Kainsbach. Auch hier gelten dieselben Maßgaben.
Nicht nur, dass die bestehenden Pumpen an diesen beiden Standorten (Stausee und Förrenbach) aufgrund ihrer Laufleistung bald ausgetauscht werden müssten, sondern auch, weil sie für diese zusätzlichen Mischwassermassen nicht ausgelegt sind. Die Pumpen laufen im Dauerbetrieb, sind dadurch störanfällig und bedürfen oft der Revision durch den Bauhof. Oft komme es auch zu sogenanntem „Überstau“. Die Pumpenleistung reiche nicht mehr aus um das angestaute Mischwasser zügig weiter zu pumpen.
Ein Umbau der Drosseleinrichtungen sei zudem eine Forderung aus dem aktuell geltenden Generalentwässerungsplan der Gemeinde. Bauliche und technische Veränderungen seien deshalb unumgänglich, so Frau Scharnagl. Diese sollen im laufenden Betrieb schrittweise in 4 Bauphasen erfolgen:
- Ertüchtigung der Pumpstationen Förrenbach und Stausee (Ausbau alter Pumpen, Einbau neuer Pumpen, nahezu Verdopplung der Pumpenleistung)
- Umbauten an den Drosselbauwerken Förrenbach und Kainsbach (neue Regelschieber, MID, erforderliche Umbauten)
- Nachrüstungen an den Messeinrichtungen an Regenüberläufen Förrenbach und Kainsbach (Einbau von Kulissentauchwänden, notwendige Umrüstungen)
- Elektrotechnik (Fernwirkanbindung, dadurch Einbindung ans Störmeldesystem)
Durch die Umbauarbeiten würden die beiden Hauptstränge sowie alle Regeleinheiten der gemeindlichen Kanalisation sicher angeschlossen, technisch auf den neuesten Stand gebracht und zugleich umweltfreundlich ertüchtigt. Einsparungspotenzial bieten die neuen Einrichtungen vor allem bei den Personalkosten. Durch die Fernwirkanbindung können Störungen schnell erkannt werden, der Klärwärter muss die Pumpenschächte viel seltener anfahren. Durch den Anschluss der Stränge Thalheim-Förrenbach und Schupf-Kainsbach benötigen die größer dimensionierten Pumpen zwar mehr Strom, dafür laufen sie effizienter und sind somit langlebiger. Unter dem Strich rechnen sich die Umbaumaßnahmen langfristig im Unterhalt. Der Umweltaspekt sei aber ebenso wichtig, so die Fachfrau.
Die Bruttobaukosten belaufen sich auf ca. 410.000,- Euro zuzüglich Honorarkosten für das Ingenieurbüro Seuss. Die Bauverwaltung hatte zuvor das Angebot hinsichtlich baulicher Erfordernisse und berechneter Kosten umfassend geprüft.
Der Gemeinderat nahm dies zur Kenntnis und beauftragte Frau Scharnagl per einstimmigen Beschluss mit den Umbaumaßnahmen.
Keine Diskussion mehr
Dem Antrag eines Gemeindebürgers aus der Bürgerversammlung in Happurg vom 11.11.2021 auf erneute Befassung des Gemeinderates mit der Refinanzierung der Investitionskosten im Abwasserbereich über Gebühren anstatt über Beiträge wurde zwar stattgegeben, jedoch waren alle Fraktionen der Ansicht, dass dies nicht mehr erforderlich sei. Dieses Thema wurde in einer Haushaltsklausur, in zwei (öffentlichen) Finanzausschusssitzungen und in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung ausgiebig beraten und sei zu Ende diskutiert worden. Mittlerweile seien die Beitragsbescheide versendet und größtenteils auch schon bezahlt worden.
Berichtswesen
Der Bürgermeister informierte über folgende Themen:
- Ein Veranstalter für eine Nordic Walking- und Trailrunning-Veranstaltung ist an die Gemeinde herangetreten. Das Event solle am 07. Mai 2022 im Gemeindegebiet stattfinden. Es werden demnächst Gespräche geführt.
- Der Happurger Friedhof wurde von Experten begutachtet. Demnächst sollen die Vorschläge zu Umgestaltungsmöglichkeiten im Rathaus vorgestellt werden.
- Mit dem Kreisbrandrat und dem Kreisbrandinspektor fand ein Vorgespräch bezüglich der möglichen Anschaffung von Feuerwehrfahrzeugen im Gemeindegebiet statt.
Jörg Kirschner, Fraktionssprecher