Neues Wanderleitsystem für die Gemeinde Happurg - Die Fa. Trail Concept aus Altdorf wird 8 bestehende Wanderwege im Gemeindegebiet reaktivieren und neu beschildern. 4 große Übersichtstafeln mit Legende und Karte entstehen an den Hotspots, 100 kleinere Wegweisertafeln werden an Anfangs- und Knotenpunkten installiert.

03.05.2024
Wanderwege und Standesamt

In der April-Sitzung, in der 4 Gemeinderätinnen und -räte entschuldigt waren, ging es im Wesentlichen um zwei Themen: Die Neustrukturierung der Wanderwege im Gemeindegebiet und die Übertragung der Standesamtsgeschäfte auf die Stadt Hersbruck. Bürgermeister Bernd Bogner leitete nach der Begrüßung und der Genehmigung der Protokolle sogleich zum 1. Tagesordnungspunkt über.


Neues Wanderwegekonzept kommt

Andreas Schmidt von der Firma Trail Concept aus Altdorf stellte das neue Wanderwegekonzept für die Gemeinde Happurg vor. Es kostet insgesamt 19.750,- Euro und umfasst neben der Reaktivierung von 8 gemeindlichen Rundwegen die Markierung durch den Fränkischen Albverein (2.750,- Euro für Leim, Plättchen, Klebezeichen und Farbe), die Installation von 100 Stück Wegweisertafeln im Format 40x60cm an Start- und Knotenpunkten (à 135,- Euro) sowie die Installation von 4 großen Übersichtstafeln im Format 100x100cm mit Legende und Karte am Happurger Bahnhof, am Marktplatz Happurg, bei den Seeterrassen und am Wanderparkplatz Förrenbach (inkl. Stahlrahmen à 750,- Euro), allesamt angebracht durch Trail Concept. Eventuell kann noch mit Zuschüssen durch die Sparkasse Nürnberg und dem VGN in Höhe von 1.000,- Euro gerechnet werden, so Schmidt.

Happurg ist derzeit eine von nur noch 3 verbliebenen Gemeinden im Landkreis, die noch kein einheitliches Wanderleitsystem besitzt. Insofern wäre die Investition längst überfällig, zumal sich in den letzten Jahren die Happurger Ortsteile mit ihrer außergewöhnlich schönen Lage zu einem „Wander-Hotspot“ (zit.) im Nürnberger Land entwickelt hätten, so Schmidt. Es war einigen Räten ein wichtiges Anliegen den Rundwegen Namen zu geben. Unabhängig vom Wanderleitsystem wolle man in Happurg zusätzlich kleine Wegweisertafeln in der Ortschaft anbringen, die beispielsweise zur S-Bahn, zu den Kirchen oder zum Marktplatz hinweisen. Auch diesen Vorschlag erachtete der Gemeinderat als sinnvoll. Der Gemeinderat billigte das Wanderleitsystem einstimmig (13:0 Stimmen).


Ausbau der Schupfer Stichstraßen

Die Gemeinde wird die Stichstraßen im Baugebiet „Bocksäcker“ in Schupf wie geplant ausbauen. Das ergaben die Abwägungungen der Verwaltung. Im Vorfeld wurden verschiedenste Kriterien abgewogen, wie beispielsweise die Ziele der Raumordnung, das Planungsgebot zur nachhaltigen Entwicklung, die Anforderungen an gesunde Wohn- und Arbeitsverhältnisse (Verkehrsaufkommen), Wohnbedürfnisse und Erhalt sozial stabiler Wohnstrukturen sowie Belange des Umweltschutzes. Nach Abwägung öffentlicher und privater Belange – ein Anwohner reichte durch ein anwaltliches Schreiben bei der Gemeinde Einwendungen gegen den geplanten Ausbau der Stichstraßen ein – stimmte der Gemeinderat sämtlichen Abwägungsvorschlägen der Verwaltung zu (13:0 Stimmen). Der Ausbau kann somit erfolgen und wird durchgeführt (planersetzender Beschluss).


Bauanträgen zugestimmt

Den Bau einer Doppelgarage mit Holzlege in Deckersberg und eine Nutzungsänderung zum Umbau von Garagen in eine Autowerkstatt, Sozialräume und Bau eines Fahrzeugwaschplatzes in Schupf genehmigte der Gemeinderat nach kurzer Beratung einstimmig (13:0 Stimmen).


Standesamt Happurg soll ausgelagert werden

Nach der Kündigung einer Standesbeamtin in der Verwaltungsgemeinschaft Happurg-Alfeld und der Schwierigkeit einer Neubesetzung dieser Stelle im Hppurger Rathaus (höhere Personalkosten, gestiegene Anforderungen des Aufgabengebietes) fragte die Verwaltung bei der Stadt Hersbruck um Unterstützung an. Die Hersbrucker Verwaltung könnte sich eine Zusammenlegung zu einem künftig erst noch neu zu gründenden „Standesamtsbezirk Hersbrucker Schweiz“ vorstellen, würde dafür auch mehr Personal einstellen und könnte sämtliche Standesamtsangelegenheiten, die immer öfter mit kompliziertem internationalem Privatrecht verknüpft sind, im Zusammenschluss mit Reichenschwand, Happurg und Alfeld erledigen. Auch die IT-und Softwarekosten könne man sich über einen Einwohnerschlüssel (z.B. 4,50 – 5,- Euro pro Einwohner) jährlich teilen, so Bürgermeister Bogner und Verwaltungsleiter Krimm ausführend. Jährlich kämen auf die Gemeinden Happurg und Alfeld insgesamt Kosten in Höhe von 22.000,- bis 23.000,- Euro zu, in etwa so viel bisher. In der VG-Versammlung wurde dem Vorschlag bereits zugestimmt.

Auch die Sorgen und Bedenken einzelner Gemeinderäte konnten entkräftet werden: Geheiratet werden könnte weiterhin mit Standesbeamten in Happurg (Antragstellung in Hersbruck), Sterbeangelegenheiten (bei zu Hause Verstorbenen) müssten jedoch künftig in Hersbruck geregelt werden. Geburten und Sterbefälle (in Krankenhäusern) werden ohnehin am Geburts- bzw. Sterbeort beurkundet.

Die Zusammenlegung der Standesamtsbezirke soll zum 01.07.24 erfolgen. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben zu (13:0 Stimmen).


Berichtswesen

Bürgermeister Bogner berichtete über folgende Themen:

- Für das Bauvorhaben „Feuerwehrhausneubau Happurg“ sind alle Hausaufgaben der Gemeinde erledigt: Bebauungsplan aufgestellt, Flächennutzungsplan geändert, Schallschutz- und Artenschutztechnische Begutachtungen abgeschlossen. Die Planungen können weiter voranschreiten.

- Mit der Polizei Hersbruck hat das alljährliche Gespräch zum „Sicherheitsbericht“ stattgefunden. Das Gemeindegebiet Happurg zeige keinerlei besondere Auffälligkeiten, so Bogner.

- In einem Gesprächskreis mit den Kindergartenleitungen und Vertretern der kirchlichen Träger wurden keine Probleme bei den gemeindlichen Einrichtungen ausfindig gemacht. Lediglich hinsichtlich knapper Krippenplätze sei Handlungsbedarf gegeben. Dieser könne aber bald mit dem geplanten Krippenneubau in Happurg entschärft werden, so der Bürgermeister.

- Die Baustelle „Bocksäcker Schupf“ verlaufe bislang reibungslos, so der Rathauschef. Man komme gut mit den Vorarbeiten voran.

- Dank richtete Bogner an die freiwilligen Helfer bei der Müllsammelaktion „Rama Dama“ im Gemeindegebiet Anfang April, bei der sich insgesamt 100 Bürger, Gruppen und Vereine engagiert zeigten.

- Demnächst wird eine Anliegerversammlung zum Thema „Möglicher Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße nach Reicheneck“ erfolgen.

 

Jörg Kirschner, Fraktionssprecher