Idealer Stromtrassenverlauf - Geht es nach dem Gemeinderat Happurg, soll die geplante Bahnstromtrasse zur Elektrifizierung der nordostbayerischen Strecken entlang der bestehenden S-Bahn-Strecke verlaufen (hier: S-Bahnstrecke an der "Alten Hersbrucker Straße"), nicht wie im Entwurf gekennzeichnet, quer durch die Happurger Flur über den sogenannten "Hotel-Anger" zwischen Happurg, Ostbahngebiet und Ellenbach hindurch.
Bildstrecke

07.10.2020
Bahnstromtrasse und Türensanierung

Auch die September-Sitzung des Gemeinderates fand unter Corona-Hygieneschutzbedingungen im Saal des Dorfgemeinschaftshauses Kainsbach statt. Bürgermeister Bernd Bogner rief nach der Genehmigung der Protokolle mit dem Thema „Bahnstromversorgung im Nürnberger Land“ den ersten großen Tagesordnungspunkt auf. Alle 16 Gemeinderätinnen und –räte waren anwesend, auch ein paar Zuhörer waren im Saal.


Stellungnahme zur geplanten Bahnstromtrasse

Die Bahnstrecken in Nordostbayern sind noch nicht elektrifiziert, weshalb Züge in diesem Raum überwiegend noch mit Dieselkraftstoff betrieben werden müssen. Auf den meisten Strecken ist noch keine Oberleitungsanlage vorhanden, welche aber zwingend notwendig ist, um Nordostbayern an das deutsche Bahnstromnetz und an den europäischen Schienenfernverkehr anzuschließen. Flächendeckend sollen nun die Bahnstrecken mit Strom ertüchtigt und versorgt werden. Die geplante Stromtrasse führt auch durch das Nürnberger Land. In einem ersten Planungsentwurf, der noch nicht Bestandteil eines Raumordnungs- oder Planfeststellungsverfahrens ist, wird auch das Happurger Gemeindegebiet von der Trassenführung tangiert, ganz im Widerspruch zur gemeindlichen Bauleitplanung und zum gültigen Flächennutzungsplan der Gemeinde Happurg. Vor allem die Trassenführung durch das im Flächennutzungsplan als „Sonderfläche Hotelanger“ ausgewiesene Gebiet an der Gemeindegrenze zwischen Happurg und Hersbruck wäre problematisch und nicht hinnehmbar, so die Auffassung des Bürgermeisters und des gesamten Gemeinderates. In diesem Gebiet am Fuße des Deckersbergs verlaufen bereits Stromfreileitungen mit hohen Masten in Richtung Westen zwischen Ostbahn und Ellenbach, vorbei an Weiher in Richtung Henfenfeld. Eine Bündelung bestehender Stromleitungen mit der Bahnstromtrasse sei laut Auskunft der Deutschen Bahn nicht überall möglich. Weitere zusätzliche Masten zwischen Happurg, Ostbahn und Ellenbach würden die Landschaft jedoch unnötig verschandeln, darüber herrschte Einigkeit.

Die Gemeinde Happurg wurde im Anhörungsverfahren um Stellungnahme zum geplanten Leitungsentwurf gebeten. Sie nahm den Planungsentwurf zur Kenntnis, billigte diesen aber nicht. Stattdessen wurden folgende Einwände bzw. Anregungen formuliert (einstimmig, 17:0 Stimmen):

  • Alternativ zum vorliegenden Leitungsentwurf ist die Führung der Bahnstromtrasse entlang der vorhandenen Bahnlinien zu überprüfen; Vorgabe bleibt dabei natürlich, dass es auch für diesen Alternativvorschlag keine gesundheitliche Gefährdung für Anwohner durch die Bahnstrecke bzw. die Bahnstromleitung geben darf.
     
  • Sollte dieser Alternativvorschlag nicht oder nur abschnittsweise möglich sein, wird die Bündelung mit der vorhandenen Stromfreileitung befürwortet mit der Maßgabe, dass die Bahnstromleitungen auf den bestehenden Masten der Stromfreileitung „mitgenommen“ werden und sich dadurch die Aufstellung zusätzlicher Masten verringert bzw. erübrigt.
  • Darüber hinaus sind die Bahnstromleitungen so in den vorhandenen Schutzbereich einzuplanen, dass sich dieser Schutzstreifen nicht vergrößert, d.h. keine neuen Beeinträchtigungen entstehen. Dies gilt im Besonderen für im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Sonderfläche „Hotelanger“ im Gemeindegebiet Happurg.
  • Die Möglichkeit einer dezentralen Stromversorgung der Bahnstrecken aus dem öffentlichen Netz ist zu prüfen, welche (streckenweise) den Bau zusätzlicher Strommasten überflüssig machen könnte (Vorschlag von FWG-Gemeinderat Thomas Loos).

Neue Innentüren für die Schule

Im vorderen Gebäudeteil der Happurger Schule (obere und untere Aula, Treppenaufgänge, Zwischentrakt, Küche, Mehrzwecksaal, kleine Nebenräume) wurden bereits im laufenden Jahr 2020 die Fenster ausgetauscht und somit sowohl energetisch wie auch optisch an die vorderen Klassenzimmer angepasst, die derzeit (und noch für die nächsten Jahre) von ausgelagerten Schulklassen der Mittelschule Hersbruck genutzt werden. Die Kosten beliefen sich auf 187.000,- Euro, wovon 150.000,- Euro als staatlicher Zuschuss von der Regierung von Mittelfranken gezahlt wurden. Laut Förderbescheid stehen der Gemeinde Happurg noch 24.000,- Euro Förderung zur Verfügung.

Dieses Fördergeld soll im Einvernehmen mit der Schulleitung für die Sanierung der Innentüren im vorderen Gebäudeteil verwendet werden, so die Idee von Bürgermeister und Verwaltung. Im Kellergeschoss sind einige Räume ungenutzt (Schwimmhallenumkleiden), weshalb man sich den Austausch dieser Türen bis zu einer konkreten Raumnutzung sparen könne, so Bogner. Die Kostenschätzung für den Türenaustausch im vorderen Gebäudeteil (ohne Keller) inklusive dem Einbau einer neuen Schließanlage beläuft sich auf ca. 45.000,- Euro (mit Keller: ca. 65.000,- Euro). Abzüglich der versprochenen Förderung von 24.000,- Euro beträgt der Kostenanteil der Gemeinde rd. 21.000,- Euro (mit Keller: ca. 41.000,- Euro). Der Gemeinderat war damit einverstanden, dass die Ausschreibung in zwei Losen erfolgen sollte (Los 1: Türen im kompletten Bereich ohne Keller / Los 2: Türen im Keller).


Bauanträge

Eine Reihe von Bauanträgen und Bauvoranfragen wurde positiv beschieden (17:0 Stimmen):

  • Bauantrag zur Errichtung eines Nebengebäudes (Heizraum mit Hackschnitzelbunker) in Molsberg;
  • Bauantrag zur Errichtung eines Einfamilienhauses in Happurg;
  • Errichtung eines Anbaus an einer bestehenden Scheune in Deckersberg;
  • Formlose Bauvoranfrage zum Umbau einer bestehenden Lagerhalle in Büro- und Sozialräume (2-geschossig) mit Anbau einer Gerätehalle in Happurg;
  • Bauantrag zum Neubau von 12 überdachten Stellplätzen auf einem Industriegrundstück in Schupf;

Lediglich einem Bauantrag konnte das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt werden (ebenfalls einstimmig, 17:0 Stimmen). Es handelte sich um die Erweiterung eines bestehenden Wohngebäudes in Happurg. Aufgrund der Vielzahl an beantragten Befreiungen und nach erfolgter Rücksprache mit der Baubehörde des Landratsamtes Nürnberger Land wurde das Bauvorhaben nicht genehmigt. Vor allem die Tatsache, dass es sich um 3 anstatt im Bebauungsplan festgeschriebener 2 Vollgeschosse handelt, brachte den Gemeinderat im Zuge der Gleichbehandlung aller bisherigen und zukünftigen Bauvorhaben im Bebauungsgebiet zu dieser Entscheidung.


Großzügige Spende

Unter dem Tagesordnungspunkt „Berichtswesen“ informierte Bürgermeister Bogner über folgende Themen:  Ein Geschäftsmann aus Happurg zeigte sich anlässlich seines 90. Geburtstages sehr großzügig, in dem er den beiden Bürgermeistern der Gemeinde Happurg eine Spende in Höhe von 100.000,- Euro überreichte. Herr Kaiser möchte, dass das Geld als Startkapital für den Bau des neuen Feuerwehrhauses in Happurg verwendet wird. Die Bachmauer in Kainsbach wurde auf einer Seite neu errichtet, der Neubau der gegenüberliegenden Bachmauer sollte in Absprache mit dem Anlieger erfolgen. Bezüglich einer möglichen Sanierung des „Zimmerplatzes“ in Happurg fand ein Anliegergespräch im Rathaus statt. Ob es zur Sanierung des Platzes komme, sei noch offen. Mit den Arbeiten am Anbau des Kindergartens Happurg liege man voll im Zeitplan, so Bogner. Nach stark verzögertem Baubeginn konnte über den Sommer hinweg auch beim Neubau des Förrenbacher Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshauses endlich ein guter Baufortschritt erzielt werden. Mit den Arbeiten am Dorftreff in Deckersberg (ehem. Dreschhalle) werde am 10. Oktober begonnen. Helfer aus Deckersberg werden beginnen die Holzverschalung zu entfernen. Im Pommelsbrunner Weg in Happurg wurden die Asphaltierungsarbeiten abgeschlossen. In diesem Zuge konnte im Gehweg ein Glasfaserkabel verlegt und die Schule mit Breitband versorgt werden. In der Happurger Ortsdurchfahrt wurden die Bäume gepflanzt. Auch die E-Ladesäule ist errichtet worden. Nächste Woche werde mit dem Bachzugang begonnen. Bis zu den Herbstferien bleibe die Schulturnhalle aus Hygieneschutzgründen für den Vereinssport gesperrt, so der Bürgermeister. Einer der drei Parkscheinautomaten am Baggersee wurde saisonbedingt abmontiert und eingelagert. Ein weiterer Automat werde demnächst ebenfalls über die Wintermonate demontiert, so Bogner abschließend.

 

Jörg Kirschner, Fraktionssprecher