Das Gewölbe der Happurger St.-Georgs-Kirche von außen.
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04.07.2021
Kindergarten- und Kirchenbesichtigung

Zu einer besonderen Gemeinderatssitzung lud Bürgermeister Bernd Bogner zunächst in die Schulturnhalle ein, danach ging es auf Besichtigungstour durch Happurg - mit einem ganz besonderen Highlight. Zuhörer waren keine anwesend, ein Rat war entschuldigt.


Bauanträge

Folgenden drei Bauanträgen wurde das gemeindliche Einvernehmen einstimmig erteilt:

  • Bauantrag zur Errichtung einer Heizzentrale in Thalheim;
  • Bauantrag zur Errichtung von 3 Betonfertigteilgaragen in Happurg;
  • Bauantrag zur Errichtung eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung im Untergeschoss, Doppelgaragen und Stellplätzen in Förrenbach. Besonderheiten: Das Bauvorhaben befindet sich im Gebiet des Bebauungsplanes Nr. 17 „Am Wachtfelsen“. Die beantragten Befreiungen hinsichtlich Traufhöhe, Kniestock und Dachneigung wurden einstimmig erteilt;

Kindergartenbesichtigung

Der Anbau an den Kindergarten Happurg ist abgeschlossen, auch die Außenanlagen wurden erst ganz frisch fertiggestellt. Grund genug, um den Gemeinderätinnen und –räten spontan die neuen Räumlichkeiten zu zeigen. Gemeinderätin und stellvertretende Kindergartenleiterin Christina Söhnlein (FWG) führte durch die hell und freundlich gestalteten Räume. Eingangsbereich, Kindertoiletten, Förderraum, Gruppenraum, Teeküche und Aufenthaltsraum sowie Personaltoiletten wurden kurz besichtigt.

Fazit aller Anwesenden: Eine sehr gelungene Erweiterung mit zukunftsorientierter Teilsanierung. Es gab eine positive Rückmeldung des gesamten Gemeinderates an Planer, Bauamt, Baufirmen, Kindergartenleitung und Träger (Evangelische Kirchengemeinde Happurg).


Kirchenbesichtigung mit Happurger Mausohr

Pfarrer Gottfried Kaeppel, Karl-Ernst Wirth und der Kirchenvorstand der Ev. Kirchengemeinde warteten bereits vor der eingerüsteten St.-Georgs-Kirche auf den Gemeinderat, um einen Überblick über die umfangreiche Kirchensanierung zu geben. Nach einleitenden Dankworten des Pfarrers an den Gemeinderat – die Gemeinde beteiligte sich finanziell an der Sanierung – und einer kurzen Ansprache des Bürgermeisters ging es kurzerhand auf das Baugerüst. Karl-Ernst Wirth führte über viele Gerüsttreppen hinauf zur Traufe und das freigelegte Gebälk. Er erklärte, wie die Zimmerleute das marode Gebälk „zusammengeflickt“ und erneuert haben, welche Schwierigkeiten bei der Sanierung auftraten und wie hoch der Aufwand für Planer, Handwerker, Denkmalschutz, Landeskirche und Kirchenvorstand ist. „Es ist eine Mammutaufgabe, die hier von allen geleistet wird“, so Wirth.

Es ging noch weiter hinauf, zur Traufe des Kirchturms. Nicht alle Räte trauten sich in diese schwindelerregende Höhe. Wirth erklärte sehr anschaulich interessante Details zum Umbau, zu den statischen Schwierigkeiten des Glockenturms, zu den Spätfolgen einer eher unprofessionellen Dachsanierung in den 50er Jahren oder zu den Ein- und Ausflugöffnungen für die rund 1300 ansässigen Fledermäuse im Dachstuhl. Viele Räte nutzten die Gelegenheit zu schönen Fotos über Happurg bei Sonnenuntergang.

Anschließend hielt Wirth noch einen eindrucksvollen Bildvortrag im Kircheninneren. Er ging noch einmal auf die planerischen und baulichen Schwierigkeiten der Sanierung ein, auch auf die finanziellen. So mancher Schaden wurde erst während der Sanierung entdeckt, wie z.B. die feuchten Eichenstämme im Inneren der Emporensäulen, was weitere Sicherungs- und Baumaßnahmen, aber auch schwer kalkulierbare Kosten verursacht. Es besteht noch eine Deckungslücke in der Finanzierung. Mit Fundraising-Aktionen, wie beispielsweise dem Verkauf von bemalten Kirchendachziegeln oder dem „Happurger Mausohr“ (Weinflasche) versucht man derzeit Geld zu generieren, um die Deckungslücke zu schließen.

Der Gemeinderat war sehr beeindruckt von der Führung und dem interessanten Vortrag. Es gab Applaus und Pfarrer Kaeppel und der Kirchenvorstand luden noch zu einem Schluck „Happurger Mausohr“ in das Gemeindehaus nebenan ein, was gerne angenommen wurde.

 

Jörg Kirschner,

Fraktionssprecher