Baustellen soweit das Auge reicht! Wenn alles fertig ist, wird das Happurger Zentrum ein echtes Schmuckstück sein! Fotos: Johannes Barthel
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12.07.2021
Kraftwerkssanierung und Marktplatzgestaltung

In der ersten von zwei Juli-Sitzungen waren einige Zuhörer in der Schulturnhalle zu Gast, die an den Hauptthemen „Kraftwerkssanierung“ und „Marktplatzgestaltung“ interessiert waren. Der Gemeinderat war vollzählig erschienen und ebenfalls gespannt.

Kraftwerkssanierung immer noch ein Thema

Als geladener Gast referierte Herr Damm von der Uniper AG. Der Konzernspartenleiter für Wasserkraft gab den derzeitigen Sachstand zum Pumpspeicherkraftwerk Happurg und dessen geplante Sanierung wieder. Viel Neues konnte er nicht berichten, nur so viel, dass die Uniper AG weiterhin an den Sanierungsplänen festhalte und nach wie vor großes Interesse habe, das Happurger Kraftwerk seit seinem Stillstand im Jahr 2011 wieder in Betrieb zu nehmen. Es hänge von den politischen Rahmenbedingungen sowie der Wirtschaftlichkeit ab, ob es im Konzern grünes Licht für das Sanierungsprojekt gebe oder nicht, so Damm.

Herr Damm gab einen kurzen Rückblick:

  • Kraftwerk seit 2011 außer Betrieb (Grund: Lecks im Untergrund des Oberbeckens)
  • Mehrere gescheiterte Versuche zur Reaktivierung des Kraftwerks
  • Sanierungspläne von E.ON mit genehmigtem Planfeststellungsverfahren
  • 2016: Abspaltung Wasserkraftsparte von E.ON, Gründung eines neuen Konzerns:  Uniper AG
  • Neue Sanierungspläne durch die Uniper AG
  • Mehrere Machbarkeitsstudien durch die Uniper AG in Auftrag gegeben
  • Verlängerung des Planfeststellungsverfahrens bis 2025 (mit Wasserwirtschaftsamt)
  • Derzeit:  Neue Sanierungspläne mit Planfeststellungsverfahren in Einklang bringen
  • Ziel:  Neues Planfeststellungsverfahren und konzerninterne Entscheidung für die Sanierung

Nach wie vor bekommen Betreiber von Wasserkraftwerken keine Netzentgeltbefreiung vom Staat zugesichert, es sei denn, man erhöhe entweder das Stauziel oder die Leistung. In Happurg habe sich Uniper auf Nachfrage aus dem Gremium von der Stauzielerhöhung (ehemalige Planung von E.ON:  höherer Staudamm am Oberbecken) wieder entfernt und wolle nun dafür lieber die Leistung mit neuen, größeren Turbinen erhöhen. Man erhoffe sich dadurch, für zehn Jahre netzentgeltbefreit zu werden, so der Experte. Es sei eben sowohl an der Konzernspitze als auch bei den Aktionären neben der Sicherheit einfach alles eine Frage der Rentabilität, so der Referent. Die Sanierung würde einen dreistelligen Millionenbetrag kosten, so Damm. Da sei die Frage nach der Wirtschaftlichkeit durchaus berechtigt. Einige Gemeinderäte fragten, weshalb CO2-neutrale Pumpspeicherkraftwerke wie das Happurger Kraftwerk nicht staatlich gefördert würden. Der Experte konnte darauf keine Antwort geben. „Bedauerlicherweise hat Wasserkraft seit einigen Jahren keine Lobby“ (zit.). In Zeiten von Klimawandel und CO2-Bepreisung ein unverständlicher Zustand, so die Meinung vieler Gemeinderäte.

Sollte die Entscheidung zur Sanierung fallen und die Finanzierung im Konzern genehmigt werden, könnte ab 2022 mit den Ausschreibungen für die Bauarbeiten begonnen werden. Erst dann könne man die Kosten zuverlässig schätzen. Der früheste Baubeginn wäre dann im Jahr 2023. Die Bauarbeiten würden ca. drei Jahre dauern, sodass das Kraftwerk frühestens 2026 wieder in Betrieb genommen werde könnte – im Idealfall. Neu gegenüber dem „alten Sanierungskonzept“ von E.ON, welches bereits das erste Planfeststellungsverfahren erfolgreich durchlaufen habe, sei der Austausch von vier kompletten Maschinensätzen, eine komplett neue Elektronik und Leitungstechnik, die Sanierung der Rohrleitungen zum Oberbecken sowie die Abdichtung des Oberbeckens mittels speziellen Stopfverfahrens und Folienversiegelung.

Herr Damm stand nach seinem Vortrag den Gemeinderäten noch Rede und Antwort. Er ließ sich allerdings wenig Details entlocken. Sein abschließendes Statement lautete: „Die Uniper AG und auch ihr größter Anteilseigner, der finnische Energiekonzern FORTUN, sind bestrebt, das Happurger Kraftwerk wieder zum Laufen zu bringen!“ Er bat den Gemeinderat und die Zuhörer abschließend für den aktuellen Planungsstand und das gesamte Projekt in der Bevölkerung um Verständnis zu werben.

 

Marktplatzgestaltung im Detail

Als nächstes stellte Herr Köstler vom Landschafts- und Stadtplanungsbüro TEAM 4 Bauernschmitt & Wehner aus Nürnberg die baulichen Planungsdetails des Marktplatzes vor. Er ging noch einmal auf verschiedene Aspekte ein:

  • Historischer Brunnen
  • Trinkwasserspender
  • Wasserspiel mit Fontänen
  • Sitzmobiliar
  • Sonnenschirme
  • Bodenhülse für den Christbaum
  • Begrenzungspfosten zwischen Ruhe- und Verkehrsbereich
  • E-Ladesäule für Fahrräder
  • Multifunktions-Versorgungssäule für Feste
  • Straßenbeleuchtung
  • Bushaltestelle

Farben, Materialien und Oberflächen wurden im Gespräch mit dem Gemeinderat abgestimmt. Es kamen aus dem Gremium aber noch weitere Anregungen, die noch aufgenommen wurden:

  • Aufstellen von Mülleimern mit Aschenbecher (Markplatz und Bäckerei Wacker)
  • Christbaum-Bodenhülse mit Stromanschluss versehen
  • Anbringen zusätzlicher Bodenhülsen für Sonnenschirme rund um die Linde für kleine Feste

Unterstützt wurde Köstler von den Ingenieuren Raum und Marschik (Fa. Seuss Ingenieure, Amberg)

 

Bauanträge

Zwei Bauanträge für Bauvorhaben, die von den Bauherren bereits umgesetzt worden sind, wurden nachträglich einstimmig genehmigt (17:0 Stimmen):

  • Bauantrag zur Errichtung eines Schafstalles (ehem. Imkerhütte) in Thalheim (Außenbereich);
  • Bauantrag zur Errichtung einer Feld- und Holzlagerscheune in Förrenbach (Außenbereich);

 

Berichtswesen

Bürgermeister Bogner informierte darüber, dass die Schupfer Wählerinnen und Wähler zur Bundestagswahl im September ins Wahllokal nach Kainsbach kommen müssten und es kein extra Wahllokal in Schupf mehr gebe, da der Anteil der Briefwähler stetig gestiegen sei und dies noch weiter andauern werde.

Zum Thema „Lüftungsgeräte in allen Klassenzimmern und KiTa-Räumen bis Schulstart im September“ merkte Bogner an, dass die Ankündigung der Bayerischen Staatsregierung auf allen Ebenen für Verwirrung und Unverständnis sorge. Weder seien so viele Geräte aktuell auf dem Markt, noch wisse man wer sie über den Sommer überhaupt installiere, noch wie sie finanziert werden sollen - von der Wirksamkeit, den langen Ausschreibungsfristen und den Lieferzeiten einmal ganz abgesehen.

Es wurde angemerkt, dass die Ortsverbindungsstraße zwischen Gotzenberg und Pollanden durch die starken Regenfälle stellenweise ziemlich ausgeschwemmt worden sei. Der Bauhof werde dies in Augenschein nehmen, sicherte Bogner zu.

 

Jörg Kirschner,

Fraktionssprecher